-- Nikkei down
Musik aus Japan, easy und Hightech

Oktober 1998



Aus der Serie
Meine Lieblingsplatte
Heute:

Jo Hisaishi
Filmmusik zu
Sonatine und Hana-bi

Takeshi Kitano gilt als einer der interessantesten neueren Filmemacher Japans. Dabei ist er kein Regisseur im traditionellen Sinn: in Japan ist er als Komiker ein Superstar, die Filme die er macht entstehen aus reiner Passion. Und sind fast schon ein brutales Gegengewicht zu seiner sonstigen populären Arbeit: Kriminalfilme, die das Genre gleichzeitig erweitern und sprengen, Studien auswegloser Persönlichkeiten (deren Seelenzustand sich japanisch ausdrückt, d.h. nicht in der Mimik sondern in der Handlung, die Hauptrolle spielt Kitano selbst), denen trotz ihrer brutalen Handlungen die Leichtigkeit des Seins hin und wieder aufscheint, und dennoch dem (freiwilligen) Tod nicht entrinnen.

Keinen geringen Anteil an der starken Wirkung von Sonatine und Hana-bi hat die Filmmusik Joe Hisaishi’s. Dieser bei uns noch kaum beachtete Komponist schrieb die Musik für zahlreiche erfolgreiche Mangas, die ihn in Japan berühmt machten. Mittlerweile lebt er in London und ist als Film- und Werbefilmkomponist sehr erfolgreich. Daneben ist er auch als Pianist aktiv und hat einige Platten eingespielt.

Die Filmmusik zu Hana-bi steht mit ihrer Beherrschung sowohl der Klangfarben des klassischen Orchesters, der organischen Einbinding populärer Formen und der melodischen Erfindungsgabe in der Tradition der großen Filmmusiken von Ennio Morricone, Toru Tekemitsu und Nino Rota.