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Tod & Teufel
Mai 2002
Aus der Serie
Meine Lieblingsplatte
Heute:
Dead & Gone #1
Trauermärsche - Funeral Marches
herausgegeben von
Fritz Ostermeier
Trikont US-0234, 1997 |
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Inzwischen schon legendär:
Die Trauermarsch-Compilation von Fritz Ostermeier, erschienen beim Label für spezielle Anlässe, Trikont. Endlich erfahren wir, wie zugleich ergreifend, virtuos, chaotisch, heilig und bodenlos profan Trauermusik sein kann. Noch dazu gespielt als sozusagen anti-hippe Marsch (blas-) musik. Das musikalische Genre vergisst man jedoch rasch angesichts der überwältigenden Authentizität der Aufnahmen, unmittelbare Musik par Exzellence. Und die Frage nach gut oder schlecht war noch nie so überflüssig, pures Vergnügen und Staunen.
Nicht weniger interessant: Dead & Gone II - Totenlieder
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1. Leichenzug mit Blaskapelle
2. Banda de Tontontepec: Tres Maria
3. ALbert Ayler: Our Prayer
4. Robert Wyatt: Song For Che
5. Brass Band & Village Drummers in the Fanti Area of Ghana: A Village Funeral
6. Tuxedo Brass Band: Nearer Ma God To Thee
7. Begrägniskapelle aus Saigon: Trauer-Sturmmarsch
8. Jopie Vrieze's Klein Bazuin: Hymn
9. Buck Funk & Reverend A. W. Reves: West Lawn Dirge/Just A Closer Walk With Thee
10. Banda Musicale: Karfreitagsprozession
11. Serbische Blaskapelle: Begräbnismelodie
12. Central Band of the RAF: Marche funèbre
13. Olympia Brass Band: In The Sweet Bye And Bye
14. Willem Breuker Kollektief: Ases Death
15. Sog. Linksradikales Blasorchester: Trauermarsch
16. Mike Westbrook Orchestra: Free As A Bird
17. George Lewis Eureka Brass Band: Just A Closer Walk With Thee
18. The Old Rugged Cross: The Old Rugged Cross
19. Tom Waits: Anywhere I lay my head
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| Zwei CD`s, die sich, ganz in Grau gehalten mit Sicherheit zu Kultobjekten und Sammlerstücken entwickeln und vielleicht sogar den Erfolg von "Harold and Maude" gefährden werden, das bisher unangefochtene Hohelied des Todes. Die stimmungsvoll und aufwendig mit Totenschädeln, Todestänzen, Skelett-Karneval, leeren Augenhöhlen illustrierten und frech kommentierten Booklets stimmen bestens auf die musikalischen Schmankerl ein, die Ostermayer versammelt und kommentiert hat: Raritäten der Extraklasse, Musik an der Grenze zur Leichenstarre. Ostermayer wagt ganz ungeniert den Blick auf fremde Friedhöfe. ...Man kann nur hoffen, daß sich diese CD`s bei Leichenfeiern durchsetzen werden - statt Chopins Trauermarsch, statt Gounods "Ave Maria". Sicher ist, daß mit dieser Edition der Todes-Tourismus angekurbelt wird. Vermutlich werden bald Nekrophile aller Länder mit verzückten Gesichtern und Ostermayers Scheiben im Walk.man durch die Gebeinsammlungen unter dem Wiener Stephansdom oder die Pariser Catacombes schleichen. Um mit lustvollem Schauder vielleicht diese Inschrift zu entziffern: "Wir Knochen hier - wir warten auf die euren." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG |
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